Beckmann’s Schankwirtschaft                  beckmanns-hueckermoor

 

P1170982xxx - KopieBeckmann’s Schankwirtschaft vom See aus gesehen.
Foto: Christina Ellenberg

 

 

 

Von den Anfängen bis heute...

 

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Hermann Beckmann (1844-1927)

Ehefrau von Hermann Beckmann

 

Der Brunnenbauer Hermann Beckmann, dessen Name noch heute vom familiären, dort ansässigen Gastronomiebetrieb geführt wird, ist laut Überlieferung im Jahre 1878 der Erste gewesen, der sich ein Boot zugelegt hat. Es handelte sich um einen Kahn mit Schaufelrädern (die Einheimischen nannten ihn “Äppelkahn”) . Mit zwei Schaufelrädern, die mittels Schwungrad von Hand gedreht wurden, glitt das Boot - ähnlich den Mississippi-Dampfern - über den See.

Das Räderdrehen bei den langen Rundfahrten übernahmen jeweils zwei stramme örtliche Schuljungen. Sie wurden dabei oft “pitschenaß”, erhielten zur Belohnung jedoch vom Bootseigner meist die früher sehr begehrten Brausetabletten. Und Hermann Beckmann war außerdem sehr stolz auf seine höchstpersönliche Nutzungs- und Erschließungsidee!

Das ist der Beginn des Tourismus am Hücker Moor gewesen!

Zu Tausenden sind Menschen danach in das “neue” Naherholungsgebiet geströmt.

Ebenfalls hat Hermann Beckmann zu dieser Zeit schon die erste “Trinkhalle” am Hücker Moor eröffnet, in der er alkoholfreie Getränke angeboten hat.

 


 

Wer dem munteren Treiben jetzt auf dem Hücker Moor zuschaut, kann sich gar nicht vorstellen, dass alles einmal mit einem großen Schaufelradboot angefangen hatte: Vor genau hundert Jahren wurde dieses erste, von der Firma Blohm und Voss in Hamburg gebaute Boot auf dem Hücker Moor in Betrieb genommen.

38 Gäste fanden in dem von zwei Schaufelrädern und Menschenkraft angetriebenen Boot Platz. Hermann Beckmann hatte das „Schiff“ kommen lassen und so den Bootsbetrieb auf dem Hücker Moor ins Leben gerufen. In den ersten Jahren wurde aber nur an Sonn- und Feiertagen gerudert, da der Brunnenbauer Hermann Beckmann in der Woche seinem Beruf nachgehen musste.

Als nächster Kahn, das Schaufelradboot hatte inzwischen ausgedient, wurde dann kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein 20 Personen fassendes Ruderboot angeschafft. In der Folgezeit wurden es immer mehr Boote, und es wurde auch ein kleiner Gaststättenbetrieb eröffnet.

Die Saison für den Bootsverleih beginnt mit den ersten schönen Frühlingstagen und endet im Herbst. Der Gaststättenbetrieb wird das ganze Jahr über aufrecht erhalten, denn auch im Winter kann das Hücker Moor ein sehr reizvolles Ausflugsziel sein.

 


Nach Eröffnung der ersten “Trinkhalle” durch Hermann Beckmann, ca. 1880, kam es im Jahre 1914 zur Eröffnung  des kleinen Gaststättenbetriebes “Beckmann” durch Ilse und Ewald Beckmann, die viel zum Gelingen des Betriebes beigetragen.

Heinrich Beckmann besitzt die Erlaubnis, in zwei Zimmern seines am Hücker Moor gelegenen Hauses den Ausschank von alkoholfreien Getränken zu betreiben. Am 22.12.1919 beantragte er beim Kreisausschuß des Kreises Herford die Ausdehnung der Erlaubnis auf den Ausschank alkoholhaltiger Getränke. Die Ortspolizeibehörde Spenge, die zur Stellungnahme aufgefordert war, hat die Frage, ob ein öffentliches Bedürfnis auf die Erteilung der vollen Schankerlaubnis vorliege, verneint.

Mündlicher Verhandlungstermin in dieser Sache am 04.03.1920:
Heinrich Beckmann begründete seinen Antrag mit der Aussage, daß bei dem regen Besuch des Hücker Moores - insbesondere sonntags - große Nachfrage herrsche nach Wein, Bier und Branntwein und die Erteilung der vollen Schankerlaubnis im öffentlichen Interesse dringend geboten sei. Dagegen beantragt der Ortspolizeiverwalter von Spenge die Abweisung des Antrages. Er weist darauf hin, daß in Hücker-Aschen bereits 3 Wirtschaften vorhanden seien. Die Entscheidung über den Antrag will er allerdings dem Kreisausschuß überlassen.

Der Nachweis eines öffentlichen Bedürfnisses ist nach Meinung des Kreisausschußes nicht erbracht worden. Daß in gewöhnlichen Zeiten in der einsamen Gegend, in der das Haus von Beckmann steht, ein Bedürfnis nach einem Ausschank geistiger Getränke nicht vorhanden ist, steht ohne weiteres fest. Aber auch für die Zeiten des regen Verkehrs - im Sommer an Sonntagen, namentlich bei gutem Wetter - kann ein solches Bedürfnis nicht anerkannt werden. Die Besucher des Hücker Moores bestehen überwiegend aus jungen Leuten, die zum Zwecke des Wanderns und Kahnfahrens in die dortige Gegegen kommen. Für ihre Bedürfnisse genügen die alkoholfreien Getränke, die ja ausgeschenkt werden dürften. Zudem sei der Antrag auch schon deshalb abzulehnen, weil die Gefahr besteht, daß in der einsamen Gegend eine Stätte des Alkoholmißbrauchs geschaffen wird.

Der Kreisausschuß des Kreises Herford hat daher den Antrag von Heinrich Beckmann mit rechtskräftigen Bescheid vom 27.01.1920 abgelehnt.

Hinweis:
Heinrich Beckmann hat sich nicht an den vorgenannten Bescheid gehalten und dennoch alkoholische Getränke verkauft. Dieses hat im in der Folgezeit viel Ärger beschert...

 


 

Restaurant Beckmann am Hücker-Moor wird nach Renovierung 1998 wieder eröffnet

Pünktlich zum 120. Jahrestag der Familie Beckmann am Hücker-Moor wird das neue Restaurant „Beckmann-Schankwirtschaft“ in den ersten Dezembertagen wieder eröffnet.

Die in Mirben- und Buchenholz gehaltene Einrichtung im Restaurant sowie die einmalige Aussicht vom Lokal auf das idyllisch gelegene Hücker-Moor lädt zum Verweilen ein.

Reinhold, Regine und Daniela Beckmann, die bereits in der 5. Generation am Hücker-Moor leben - der Urgroßvater Hermann Beckmann gründete als erster im Jahre 1878 am Hücker-Moor einen Bootsverleih und machte das Moor zum beliebten Ausflugsziel - haben die traditionsreiche Gaststätte auf Erfolgskurs gebracht.

 

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Das neue Restaurant mit seiner gediegenen Ausstattung wird sicherlich bei den Gästen gut ankommen. Beckmanns wollen mit einer neuen Speisekarte auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis Wert legen.

Bereits im Sommer wurden im herrlichen Biergarten einige Veranstaltungen (Shanty-Chor, Grillfest der Olymiasieger, u. a. mit Nicole Uphoff-Becker oder einige Jazz-Frühschoppen) mit großem Erfolg gefeiert.

Wer sich in der Adventszeit zu einem Spaziergang am Hücker-Moor entschließt, den erwartet in Beckmanns Schankwirtschaft selbst gebackener Kuchen, frische Waffeln und Dresdner Stollen bei einer Tasse Kaffee. Für die Weihnachtsfeiertage sind Fisch- und Wildgerichte im Angebot.

Selbstverständlich eignet sich das neue Restaurant für Familienfeiern, Hochzeiten, Weihnachtsfeiern, Seminare und vieles mehr. Die Spenger Schützengesellschaft macht den Anfang. Sie feiert am 13. Dezember ihre Weihnachtsfeier im neuen Restaurant.

 

Spenger-Echo-1aDaniela, Reinhold und Regina Beckmann 1998 vor ihrer Theke im renovierten Restaurant.

 

 

P1170935 - KopieFoto: Christina Ellenberg

 

 

021neuFoto: Christina Ellenberg

 

 

022neuFoto: Christina Ellenberg

 

 

Hücker-Moor-Winter-006aFoto: Christina Ellenberg

 

 

Beckmann neuRestaurant Beckmann 2019
© Google Earth

 

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